Kumm oba blos ned mit deina ganzn Bagasch! - WIENzig
fade
130403
post-template-default,single,single-post,postid-130403,single-format-gallery,eltd-core-1.2.1,flow child-child-ver-1.0.1,flow-ver-1.6.2,,eltd-smooth-page-transitions,ajax,eltd-blog-installed,page-template-blog-standard,eltd-header-vertical,eltd-fixed-on-scroll,eltd-default-mobile-header,eltd-sticky-up-mobile-header,eltd-dropdown-default,wpb-js-composer js-comp-ver-5.7,vc_responsive

Kumm oba blos ned mit deina ganzn Bagasch!

Bagage nannte man ursprünglich Gepäck und Tross eines großen Heeres (frz. bagage = “Gepäck”). Da allerdings auch Diebe, Dirnen und sonstiges Gsindl mitmarschierten, bekam das Wort bald einen negativen Beigeschmack. Der Wiener nennt auch seine eigene nervend-ungeliebte Familie hin und wieder Bagage.

 

Sagt also jemand: „Naa, de ganze Bagage lad’ ma net ein.”, so ist anzunehmen, dass betreffende Person nicht allzu erfreut ist von der Vorstellung, die lästige, lärmende und möglicherweise streitende Großfamilie in ihrer Gesamtheit bei sich daheim bewirten zu müssen.

 

Ebenfalls, wenn auch seltener, wird für die Familie das Wort Packlrass (von Packl = „Bündel”, packln bzw. si auf a Packl haun = als Gruppe kriminelle Ziele verfolgen, paktieren) verwendet. Es ist bedeutungsverwandt mit Lumpenpack, Gsindl und Bagage, impliziert jedoch Blutsverwandtschaft. Ein gutes Beispiel für die Verwendung dieses Wortes findet sich in Kurt Sowinetz’ Version von Beethovens „Ode an die Freude”, auch als Europahymne
bekannt:

 

„Olle Menschn san ma zwider,
I mecht’s in de Goschn haun.
Mir san olle Menschn zwider,
in de Goschn mecht i’s haun.
Voda, Muada, Schwesta, Bruada,
und de ganze Packlrass.
Olle Menschn san ma zwider,
wann i Leit siach, geh i haß.”

 

(Kurt Sowinetz: „Alle Menschen san ma zwider”, 1972)

Keine Kommentare

Kommentieren