Das elendige Klima und wir - WIENzig
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Wir sind die Guten - WIENzig

Das elendige Klima und wir

Klimawandel

 

Es wird heißer, unaufhaltsam. Oder, wie man sagen müsste: Aufzuhalten nur durch rigorose Maßnahmen, wie sie kein von Lobbyisten geschm… pardon, ökonomisch denkender Politiker setzen würde. Nicht in China, den USA, Indien oder Brasilien. Nicht einmal in Österreich. Dabei will die Bevölkerung ja. Oder?

 

Die Guten, eine selbstgerechte Clique

 

Dass auch Kleine das Böse besiegen können, weiß man seit David vs. Goliath oder Herr der Ringe. Und so tut der “kleine Mann”, die “kleine Frau” eben was gegen den Klimawandel. Es ist ein erhebendes, schönes, mitreißendes Gefühl, ein Guter zu sein. Man trennt den Müll, kauft Bio, scheut Auto und Plastiksackerl und shitstormt gegen Skifahrer, Fernreisende, andere Sünder und vor allem andere Länder.

 

Weil: “Wir” tun ja etwas, uns ist der Planet nicht wurscht! Die anderen sind schuld! Die Chinesen, die Amis, die großen Dreckschleudern! Was die Großkonzerne da verbrechen! Dass wir gerne bei denen kaufen, die den besten Preis bieten, wird da gern übersehen. Hauptsache, das Gewissen kann sich anderswo abputzen: “Wir” in der EU sind die Guten, die Elite, und das kleine, umweltfreundliche Österreich reitet vorne mit.

 

Realität versus Selbstwahrnehmung

 

Blöd nur, dass das rosige Selbstbildnis der Realität nicht standhält. Das 350-köpfige Expertenteam der NGO Germanwatch sieht Österreich weit abgeschlagen im globalen Klimaschutz-Ranking, und zwar auf Platz 38. Sogar China (30.), Brasilien (21.) und Indien (9.) sind vor uns. Kritische Experten sagen, das sei unter anderem wegen der “klimaneutralen” Atomkraftwerke. Mag sein. Aber dass Österreich kein Klimaschutz-Lämmchen ist, leuchtet auch ein.

 

Die Dreckschleudern, das sind nicht nur die anderen. Das sind wir. Während EU-weit die CO²-Emissionen seit 1990 um 22% sanken, stiegen sie im Land der Berge um 5%. Die Daten liegen vor. Und auch wenn die absoluten Zahlen verglichen mit China oder den USA anmuten wie ein milder Lercherlschas – moralische Überlegenheit zu heucheln ist unangebracht.

 

Taten statt Imagepolitur!

 

Am Ende kommt es nämlich nicht auf niedliche Gesten der Imagepolitur an, sondern auf Taten. Auf konkrete, weitgreifende Maßnahmen abseits eines rein symbolträchtigen Greenwashings: CO²-Reduktion durch Besteuerung, Energiewende, Öffi-Ausbau, strenge Richtlinien für Tourismus, Industrie und Landwirtschaft, Druck zu mehr Recycling und weniger Wegwerfkultur.

 

Das wird dem Kurz’schen Kernklientel wenig schmecken – doch in die Pflicht genommen gehören die Verursacher der Umweltschäden schon längst. Wirtschaftswachstum war lange genug Priorität Nummer eins, nun lautet der Auftrag, weitestmöglich die Klimaziele erreichen. Was die türkis-grüne Regierung aus diesem Auftrag macht, bleibt abzuwarten.

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