10 Beschimpfungen für alle Lebenslagen - WIENzig
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10 Beschimpfungen für alle Lebenslagen

Befreie deinen inneren Grantler

 

Es is zum narrisch wern: Wochenlang ka gscheids Fernsehprogramm, die Hackn zipft an, und überall reden’s nur von Corona.

 

Da kann man schnell einmal zum Grantler mutieren! Weil ein solcher natürlich passendes Vokabular zum Leit zamscheißn braucht, haben wir für euch die 10 besten Beschimpfungen zusammengesucht …

 

1. Du Brunzkachl, du ongsoachte, hoit de Goschn.

“Du hässliche, anurinierte Alte, halt die Fresse.”

 

Eine passende, wenn auch nicht ganz höfliche Replik auf tadelnd-schimpfende Hinweise nerviger Mitbürgerinnen. Die Brunzkachl (von Kachl = “Vagina”) ist schon im Wörterbuch der Brüder Grimm enthalten und somit ein Schimpfwort mit Tradition, soachn heißt mundartlich in ganz Österreich “urinieren”.

 

2. Kloana Kniepiesla. Wer glaubst’n dass’t bist, Hosnscheissa?

“Du nicht stubenreiner Winzling, wer glaubst du eigentlich, dass du bist?”

 

Jugendliche, die sich vordrängeln, goschert werden, einen anmaulen: Das ist die Zielgruppe dieser Beschimpfung. Der Kniepiesla bringt zum Ausdruck, das Gegenüber sei sogar zum pieseln zu unfähig, der Hosenscheissa suggeriert nicht nur geistiges Kleinkindniveau.

 

3. Genier di bis ins Lo eine, du Oaschkräula du!

“Schäm dich in Grund und Boden, du Schleimer!”

 

Oaschkräula sind widerwärtige Speichellecker, wie es sie in Geschäftsleben und Politik zuhauf gibt. Wenn man nicht zu beschäftigt ist, sich fremdzuschämen, kann man besonders schamlose Oaschkräula mit diesem Spruch dazu auffordern, sich zu genieren – und zwar bis ins Lo (“Arschloch”) hinein, in das sie kräuln (“kriechen”).

 

4. Heast loss mi onglahnt, du lästige Gwandlaus.

“Lass mich in Ruhe, du mühselige Person.”

 

Tierische Gwandleis (“Gewandläuse”) zwicken lästig und sind schwer loszuwerden – ähnlich wie menschliche Gwandleis. Mit der Aufforderung loss mi onglahnt (“lass mich angelehnt” = “lass mich in Ruhe”) kann man versuchen, anhängliche Nervtöter loszuwerden. Fruchtet die Aufforderung nicht, kann man auch drastischer werden (siehe → 7).

 

5. Glei klatscht’s! Und zwoa kan Applaus.

“Gleich klatscht es, aber keinen Applaus.”

 

Dieser Satz beinhaltet die Vorahnung auf den schallenden Klatscher einer Ohrfeige. Anzuwenden ist die Drohung allerdings nur mit großer Vorsicht – wer weiß, dieser Tage bereits als gefährliche Drohung gilt.

 

6. Zwidawurzn, ölendige, vazupf di.

“Du elendiger Unsympathler, mach dich vom Acker.”

 

Eine Zwidawurzn (von “Wurzel” und “zuwider”) ist ein unguter, pessimistischer und grund-grantiger Mensch, si vazupfm heißt so viel wie si schleichn (“sich vom Acker machen”). Eine elegante Art, einer ungeliebten Person “Geh weg!” zu sagen.

 

7. Wos is mit dia, du Fetznschädl?

“Was geht eigentlich mit dir, du Trottel?”

 

Fetznschädln haben entweder einen sprichwörtlich mit Lumpen gefüllten Schädel oder einen alkoholbedingten Fetzn (“Rausch”). Beides schadet ihrer intellektuellen Kapazität so sehr, dass sie mit ihrem grenzdepperten Verhalten oft andere brüskieren. Sie sind quasi Trottln, und die kann man schon mal fragen, was eigentlich mit ihnen falsch ist. Wobei: Eine gescheite Antwort kriegt man wohl kaum.

 

8. Red kan Schas daher, du Gschaftlhuawa, unnediga.

“Laber keinen Unfug, du unnötiger Windbeutel.”

 

Aufgeblasene, von sich selbst überzeugte Dampfplauderer und Möchtegerns kennt jeder. Sie führen zu Augenrollen, Fremdscham, Ärger – und zur Bezeichnung Gschaftlhuawa. Ein echter Gschaftlhuawa, egal wie unnedig (“überflüsig”) er in Wahrheit ist, hört sich gern selber reden. Wenn er besonders oagen Schas daherredet (“hefitgen Mist labert”), hilft dieser Satz.

 

9. Hau di iwa’d Heisa, Gscheada, di hod kana gfrogt!

“Verzieh dich, primitiver Landbewohner, dich hat keiner gefragt!”

 

Bewohner der Bundesländer können mitunter anstrengend sein mit ihrer besserwissenden Stichelei gegen den sozialistischen Sündenpfuhl Wien. Da hilft nur eins: Gusch, Gscheada! Als Gscheade (“Geschorene”) bezeichnete man einst unfreie Bauern wegen ihres Haarschnitts. Hau di iwa’d Heisa (“Hau dich über die Häuser”) ist gleichbedeutend mit schleich di.

 

10. Loss mi in Kraut, Depp, damischer.

“Lass mich in Frieden, du nervtötender Depp.”

 

Wer jemanden anderen in Kraut losst (“im Kraut lässt”), lässt ihm seinen persönlichen Frieden. Warum gerade Kraut? Das lässt sich heute nur noch schwer rekonstruieren. Ein damischer (“verwirrter”, “dümmlicher”) Depp ist eine schwere Sonderform des Trottls. Dieser Satz ist praktisch, wenn man gerade partout nicht angeredet werden will – und schon gar nicht von dieser Person.

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